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Beschwichtigungshofrat : Person, die mit vorgeblicher... [Beschwichtigungshofrat]


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Beschwịchtigungsho̲frat

der, -s, Umlaut + -e
Person, die mit vorgeblicher Sachkenntnis und Autorität zu beruhigen bemüht ist

Referenz von Beschwichtigungshofrat




Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Humorige Bezeichnungen

Erstellt von: Koschutnig am 11.Jan.

Gebrauch: Umgangssprache

Links: Österreichisches Wörterbuch : Beschwichtigungshofrat V W - Referenz von Beschwichtigungshofrat

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Bekanntheit

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Bewertungen (4)



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Der alte, aus k. u. k. Zeiten stammende Ausdruck »Beschwichtigungshofrat « kommt ja schön langsam in Vergessenheit, da unsere republikanischen Hofräte in diesem Metier kaum mehr unterwegs zu sein scheinen. Dafür hat aber fast jede funktionierende Familie ein Mitglied, das – ganz ohne Ernennung zum Hofrat - in Beschwichtigung macht. Üblicherweise ist das die Mutter, manchmal agiert in einer Familie auch der Vater als Beschwichtigungshofrat.
Quelle: Christine Nöstlinger, Alles in Butter. Eine Frau sein ist kein Sport (2011)
Da ist wieder einmal der Beschwichtigungshofrat am Werkeln, der sich anscheinend sehr sicher ist, dass keine Ansteckungsgefahr besteht. Meningitis wird durch Niesen und Husten übertragen. ... Hatten die zwei Männer keinen Kontakt zu Menschen?
Quelle: News, Kommentar v. 9.1.16
Ich will zwar nicht als Beschwichtigungshofrat durch die Gegend laufen, aber es ist an der Zeit, wieder die Leistungen des Konzerns und der gesamten steirischen Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen und das steirische Selbstbewusstsein zu stärken
Quelle: Assoziations-Blaster.de
Das Wandkreuz gehört ins Klassenzimmer: Das wird häufig von jenen behauptet, die das Kreuz als Symbol der Tradition und eine Allianz von Thron und Altar befürworten. Jesus, der Stifter konstruktiver Unruhe, wird so zum Beschwichtigungshofrat umfunktioniert.
Quelle: derStandard.at, 6.2.17
Wann werden die aufmüpfigen und alternativ denkenden jungen Leute erkennen, dass Gemeinderat F..... bestenfalls ein Beschwichtigungshofrat ist und keinesfalls ihre Interessen vertritt?
Quelle: WienTV.org

von Koschutnig am 11.Jan.

 
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Für jeden Bonzen einen Nestscheißer. ... Umgekehrt riet Meissner, jedem Nestbeschmutzer einen Vaterlandsverteidiger zur Seite zu stellen ... Und da wir im Proporz leben, empfahl Meissner zusätzlich einen Beschwichtigungshofrat. ... dessen hochdotierte Position, sei es als Bundestheatergeneralsekretär, als Festwochenintendant, ihn zum Ausgleich prädestiniert.[...] Eine österreichische Lösung
Quelle: Hans Heinz Hahnl, Hexeneinmaleins (1993)

von Koschutnig am 11.Jan.

 
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Am 6. Nov. 1907 erschien in der "Kölnischen Volkszeitung" ein Artikel "Ein Beschwichtigungshofrat" im Zusammenhang mit der Eulenburg-Affäre am preußischen Hof. Von dem Skandal - s WP, https://tinyurl.com/y9vgtqk4 - weiß man heut kaum noch was, aber kennt man in der BRD heut noch „Beschwichtigungshofräte“ wie damals in Köln? Wenn zu einem Bericht in der dt. Standard-Ausgabe (derStandard.de) über einen Zwischenfall in Berlin ein Kommentar über SPD-Schulz erscheint, so klingt er sehr austriakisch:
Schulz mag vieles sein - ein Beschwichtigungshofrat offenbar nicht. [...]
Stimmt eh. Mein Punkt ist eher, dass die deutschen Medien mittlerweile schon so im Beschwichtigungshofrat-Mode verfangen/gefangen sind, dass sie (die deutschen Medien) eine klare und deutliche Aussage eines Politikers diesbezüglich wohl eher irritiert als erfreut
Quelle: derStandard.de, 25.12.2017, Kommentare v. 'Politics as unusual', 25. 12. 2017, 21.49 und 22.56
1972 wurde der Welt die Herkunft des "Beschwichtigungshofrats" endlich erklärt:
Die Weltbühne Jg. 27(1972), Heft 5"> Der Beschwichtigungshofrat
Das Wort stammt aus dem Wiener Vokabular der k. und k.-Zeit, ist aber nicht von Karl Kraus erfunden. Der Beschwichtigungshofrat ist ein höherer Beamter, der den Beamteneifer der niederen Beamten mäßigt; in den Vorzimmern der höheren Ämter konnte man einen mit „Herr Hofrat" anzusprechenden Herrn in Bratenrock antreffen, der aufgeregte Parteien, die sich über einen ungerechten Steuerbescheid oder einen mürrischen Amtsdiener ärgerten, beschwichtigte. Er löste keine Konflikte, nahm ihnen aber die Schärfe.
Quelle: Bruno Frei (1897-1988), "Der Beschwichtigungshofrat". In
Die Weltbühne Jg. 27(1972), Heft 5

von Koschutnig am 13.Jan.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.